Boa. Das war eine anstrengende Fahrt nach Laboe. 240 Meilen gegen den Wind. Und das war richtig zackiger Wind mit bis zu 25-28 Knoten. Dazu Wellen, zwischendurch Regen und einmal ein Unwetter mit Blitz und Donner.

Bei Aalborg noch die letzte Brücke passiert, dann den Limfjord bis zur Ostsee entlang gschlängelt. Fast Flußartig geht die Fahrt dahin. Mit Wind aus Südwest musste ich alle Tricks und Kniffe anwenden um hart am Wind noch jeden Meter Höhe rauszuholen, um dann nach einer Kurve wieder gemütlich mit achterlichem Wind zu entspannen. Bei der Ausfahrt in die Ostsee sind vorgelagerte Sandbänke zu beachten. Starke Strömungen und der Südwestewind bewirken hohe Wellen, gegen die anzukämpfen ist. Es geht gerade so unter Segelen. Ein kleiner Winddreher, und ich würde nicht mehr dem 50 Meter breitem Fahrwasser folgen können. Ich lasse sicherheitshalber den Motor mitlaufen. Im vorbeifahren sehe ich ein Wrack, von dem nur der Mast aus dem Wasser ragt. Das ist wohl in den Stürmen der letzten Tage aufgelaufen.

Nachts habe ich mich maximal für 10 Minuten ausgeruht, dann war wieder ein Wende, ein Ausweichmanöver oder eine Kurs und Segelkorrektur gefordert. In den engen Fahrwassern mit viel Verkehr und großen Frachtern war immer Aufmerksamkeit gefordert. Und es ist alles flach. Das Land bietet kaum Windschutz, über den Untiefen bildet sich schnell eine Grundsee (hohe und steile Wellen).

Nach der Durchfahrt der Öresundbrücke , bei der man sich ordentlich per Funk anzumelden hat, ging es dann Nachts an Langeland entlang. Im Morgengrauen biege ich in die Kieler Bucht ein um noch mal die letzten 22 Meilen gegen Wind und Wellen naufzukreuzen. Um 10:00 kommt dann Laboe in Sicht und um 12:30 lege ich zum letzten mal auf der Tour an.

Ein rauher Ritt über die Ostsee, bei dem alles von Skipper und Boot gefordert wurde. Die Ostsee von der wilden Seite.


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