Wenn’s nur so easy wäre. Heute den ganzen Tag Flaute und locker von 02:00 bis 15:00 mit Motor gefahren (muß ich morgen gleich mal Öl und so checken). Aber kurz vor Ende noch eine schwierige Situation. Ich will aus dem Kanal in Richtung Lezardrieux Hafen nach rechts abbiegen in die lange Einfahrt (Le Grand Canal). Die ganze Küste ist verseucht mit Felsen unter und über Wasser. Da muß man sehr exakt fahren. Auf jeden Fall habe ich das Groß oben und das Code Zero, also so mal 120 qm Tuch. Ging ja auch kein Wind den ganzen Tag. Kaum biege ich ab, hat es 17-19 Knoten satt. Die Fleur schmeißt es schiergar um. Ich will das Spi reffen, da verheddern und verklemmen sich die Seile vom Aufroller. Ein Spi-Seil rutscht auch noch unters Boot. Motor traue ich mich da auch nicht an zu machen. Der Wind peitscht das 80qm Spi wie Sau umeinander. Ruhe bewahren. Erst mal das Groß dicht. Wir treiben zackig schon auf die nächsten Klippen zu. Noch 10 Minuten. Ich renne zum Bug, checken was los ist mit dem Furler (dem Aufwickler). Scheiße verklemmt das Ding. Klatschnass bin ich von der Gischt. Es ist klatt. Der Bug taucht tief in die Wellen und ich mitten drin. Das Spi knallt und kracht. Was machen? Das Ding bekomme ich so nicht rein und es zieht mit Speed in Richtung Felsen. Die einzige Möglichkeit Druck raus zu nehmen, ist das Spi fallen zu lassen. Husch zurück in’s Cockpit, Spi Fall auf, das Spi sausst runter und fällt in Lee neben dem Boot ins Wasser. Am Bug ist es ja noch fest gemacht. Wieder vor rennen und die 80 qm nassen Segeltuchs, das von der Fahrt noch mitgerissen wird, ins Boot ziehen. Ich gebe alles. Die Hände schmerzen und bluten. die Knie sind aufgescheuert. Immer weiter ziehen. Egal. Das Spi muß raus. Noch 5 Minuten zu den Felsen. 90% sind an Deck. Noch schnell die Seile los machen und unter dem Boot vorziehen. Zack zack. Noch grob festbändseln den nassen Haufen Segeltuch am Bugkorb. Zurück nach hinten. Motor an und volle Molle weg von den Klippen. Boa. ich schwitze. Autopilot rein. Wieder nach vorne und das Gelump dürftig klarieren. 30 Minuten später ist wieder totale Flaut und ich lege in Lezardrieux, bei Dunkelheit, ein vorbildliches Anlegemanöver hin. Rückwärts einparken, Einhand. Das motiviert wieder, aber der Kanal will mich fertig machen. Die Fleur ist schon ein starkes Boot. Aber das Bierchen schmeckt heute besonders gut!

Nachtrag: Der Furler war meines erachtens flasch montiert. Habe das nun geändert, mal schaun ob’s hilft.


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