Heute Morgen hat es gehagelt. Hatte in Haugesund gerade alles klar zum Ablegen gemacht, Motor läuft, noch die Heckleine an der Pier. Da lässt es einen Blitz und Donnerschlag und es Hagelt und schüttet wie Hölle. Schnell wieder die Leinen an Land fest gemacht. Nach 5 Minuten total durchnässt in die Kabine und erst mal einen Kaffee gemacht. Das Wetter in Norwegen ist doch sehr abwechslungsreich.

Nach dem Gewitter habe ich etwas Bammel ob noch mal so was kommt. Innen durch die Fjorde ist es sicherer, aber sehr langsam und oft nicht zum segeln. Außenrum kommt der Wind auflanding aus SW über die Nordsee. Sehr wellig und wenn was schief geht liege ich auf den Felsen. Die ersten 10 Meilen nach Haugesund sind als gefährliches Seegebiet ausgewiesen. Die Dünung der Nordsee trifft auf flaches Gebiet und Strömungen tief unten ergeben eine wilde und schwiereige See. Da muß ich erst mal durch.

Also, zweites Reff im Groß und alles ganz locker, pirsche ich mich aus dem Schutz Haugesund’s raus. Über 20 Knoten wind und eine Mächtige Dünung. Aber es geht. Die Fleur fährt gut, mit Wind von schräg hinten. Immer deb Blick zum Himmel, ob da noch mal so ein Unwetter heranzieht. Nach 1.5 Stunden bin ich durch das gefährliche Gebiet durch. Entspannen und planen wie die nächsten 20 Meilen zu machen sind. Innen rum oder außen vorbei? Mit etwas flauem Gefühl entscheide ich mich für außen rum.

Jetzt, 4 Stunden später, geht es entlang der Insel Boemlo in Richtung Bergen. 15 Knoten Wind aus SüdWest und Sonnenschein.

Überlege nun wie weiter. Eventuell noch bis zum Geiranger Fjord? Oder doch rüber nach Schottland? Oder beides? Oder wieder in Richtung Süden. Aber jetzt wo ich schon mal hier bin, noch ein bisschen nach Norden geht schon und vielleicht sind die da nicht ganz so Irre mit dem Mittsommerdingens.


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