So, endlich mal wieder ordentliches Internet. In Schottland ist die Mobilfunkabdeckung doch recht spärlich.

Bea war zu Besuch für eine Woche. Wir sind Rund um Mull gesegelt, die Hebriden quasi in komprimierter Form. Von Oban nach Tobermory, ein kurzes 25 Meilen Stückchen. Es ist kalt und regnerisch. Immer mal wieder ein Schauer. Verschanzen hinter der Sprayhood und ein warmer Tee. Wind und Flaute wechseln sich ab. Dafür Delphine und Seals gesehen und in Tobermory im Cafe&Fish lecker zu Abend gegessen.

Der Tag darauf ist recht wenig Wind vorhergesagt. Wir planen eine kurze 20 Meilen Etappe zur kleinen Insel Staffa, in deren Nähe eine Ankerbucht verzeichnet ist. Staffa ist Klasse. Beeindruckende Felsformationen. Die Fleur fährt durch einen Schwarm Papageitaucher (Puffins), die aufgeregt das Weite suchen und abtauchen. Wir sind gut voran gekommen, der Wind weht nun doch mit 10 Knoten und wir entschließen uns, noch etwas weiter zu fahren. Wie’s kommt, lässt später leider der Wind nach und weit und breit keine Ankerbucht oder ein Hafen. Wir motoren weiter bis Oban, bzw. die kleine vorgelagerte Insel Heather Island, an der wir Abends um kurz nach 22:00 anlegen. Ein langer Tag, über 14 Stunden unterwegs. Puh.

Noch mal Proviant besorgen, volltanken und auf geht’s in Richtung Fort William zum Kaledonischen Kanal. 29 Schleusen und einige Swing-Bridges sind quer durch Schottland zu überwinden, bis wir bei Inverness an der Nordsee ankommen. Um 11:00 sind wir an der ersten Schleuse. Aufregend. Was, wie, wohin, … so viele Fragen und alles neu. Aber wir sind in Schottland und die Schotten sind ein nettes Volk. Geduldig warten wir erst mal bis der Schleuser Zeit für uns hat, bekommen dann die Abläufe erklärt und die Caledonian Canal Licence ausgestellt. 198 GBP kostet der Spass. Dafür sind aber alle Duschen, Toiletten und Anlegestellen im Preis inbegriffen. Gar nicht so schlecht.

Der Kanal selbst ist schmal, vielleicht 20 m breit, und wird immer wieder von kleinen und größeren Seeen unterborchen. Loch Lochy, Loch Oich und natürlich auch das berühmte Loch Ness. Gleich am Anfang kommt das berühmte “Neptune’s Staircase”. 8 Schleusen am Stück. In die erste Schleuße fahren wir mit Motor ein, dann wird das Boot an den Tauen durch die einzelnen Becken gezogen. Schaulustige machen Fotos und fragen neugierig und etwas neidisch nach dem Woher und Wohin.

Bis Loch Oich schleusen wir bergauf, dann geht es wieder bergab. Loch Ness an sich ist eher langweilig. Ein großer See ohne besondere Attraktionen, bis auf eine verfallene Burg. Und es ist ja auch nicht sicher, dass man Nessie sieht.

Vor Inverness geht es noch mal 4 Schleusen nach unten, dann sind wir fast schon wieder auf Meereshöhe. Noch zwei Schleusen und eine Drehbrück bis in die Nordsee. Bea muß nun leider schon wieder heim fliegen und ich werde das restliche Stück wie gewohnt “single handed” bewältigen.

Beruflich hat sich nun etwas entwickelt, so dass ich die Reise nicht ganz wie geplant fortsetzen kann. Ich werde im August wieder in Deutschland sein um die Fleur zu verkaufen. Aber dazu muß ich erst noch mal “kurz” über die Nordsee. Je nach Ziel so zwischen 300 – 450 Meilen. Das sind gute 3-5 Tage am Stück. Etwas unheimlich ist mir da schon. Nachher, um 17:00 geht’s los. Die letzten zwei Schleusen und dann Kurs nach Osten.


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