Eine heftige Überfahrt von den Orkneys nach Schottland. Ordentlich Wind und Wellen. Das hat so geschaukelt und gerollt. Das erste mal seit der ganzen Reise war mir so übel, dass ich kurz nach Cape Warth meinen Mageninhalt dem Kollegen Neptun übergeben habe.

Wir sind wieder in Gezeitengegend. Aufbruch mit Hochwasser morgens um 02:10. Der Mond spiegelt sich im Heckwasser, vor dem Bug geht langsam die Sonne auf. Die Küste ist von Nebelschwaden überzogen, der Leuchtturm “Noup Head” sendet sein weißes Licht aus. Wunderschön. Fünf Stunden später frischt der Wind auf über 20 Knoten auf. Leider gegen die Strömung, do dass eine steile und hohe See entsteht. Die Fleur rollt, stampft, schaukelt. Der Wind pfeift. Mit 11 Knoten den Berg runter bis sich der Bug in der nächste Welle bohrt. Das bremst bis auf 4 Knoten runter und die Fleur kämpft sich den Wellenberg hoch. Und alles geht wieder von vorne los. Als nach weiteren 8 Stunden Cape Wrath in Sicht kommt ist mir übel.
Delphine sind auf einmal da und spielen mit der Fleur Wettschwimmen. Unter dem Boot durch, vorne am Bug vorbei. Neugierige Blicke von der Seite. Den Delphine scheinen die Wellen Spass zu machen, surfen diese regelrecht ab.
Als das Wasser nach Cape Wrath ruhiger wird, geht der Mageninhalt über Bord. Noch 3 Stunden bis nach Kinlochbervie, mein Zielhafen für heute. Ich war so froh, als ich da war. Samt Segelklamotten bin ich eingeschlafen.

Am nächsten Morgen ist alles wieder gut. Schönes Segelwettter ist angesagt und ich breche um 06:30 auf. Sonnenschein und easy cruising. Allerding bläst der Wind von Osten über das Festland, so dass es sehr böig ist. Lasse Stoer Head und die Felssäule Papa Stoer backbord liegen. Vor dem Vogelfelsen beobachte ich Papageitaucher und Basstölpel bei der Fischjagt. Klasse. Es läuft gut, so dass ich am Hafen Loch Inver vorbei in Richtung Ullapool fahre.

Dann zieht das Wetter zu, bewölkt sich. Eine erste starke Böe greift sich die Fleur. Ich ziehe mal sicherheitshalber das zweite Reff ein. Gut so. Der Wind pfeift nun mit 25 – 30 Knoten entgegen. Wind, Wellen, Schräglage. Gischt die vom Wind in Wasserstaub zerfetzt wird. Zwei Teller gingen zu Bruch als sich das Geschirr der Schwerkraft nicht mehr entziehen konnte und die Pfanne hat nun eine ordentliche Delle. Das Segel hat auch was abbekomme. Beim Anlegen in Ullapool ist wieder komplette Flaute, als ob nie was gewesen wäre.

Zum Frühstück gibt es French Toast – Toast mit Ahornsirup, Ei, Bacon und Pilzen. Die Schotten haben einen komischen Geschmack.


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